Tourenbericht Chrummenfadenflue Sonntag 10 Januar 2010
Die JO Brugg nimmt heute ein neues Tourenjahr in Angriff. Alle regelmässigen JOler hoffen, dass das neue Jahr genau so viele tolle Touren bringen wird wie das letzte, doch bei wesentlich besseren Witterungsbedingungen. Es sieht dann auch tatsächlich nach einem Prachtstag aus, als wir auf dem Gurnigel aus dem Postauto steigen. Bis alle achtzehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Felle auf-, beziehungsweise ihre Schneeschuhe angezogen haben, dauert es ein Weilchen. Nach dem doppelten Barryvox-Test geht’s aber los; zuerst eher flach und sonnig, nach dem Päuseli an wunderschöner Lage dann aber immer steiler und schattig. Kurz vor dem Gipfel der Chrummenfadenflue deponieren wir unsere Ski und Boards (Und einige auch noch ihren Lunch). Die letzten Meter zum Gipfelkreuz legen wir zu Fuss zurück. Ja, hier oben scheint tatsächlich wieder die Sonne und das Panorama sowie das unter uns liegende Nebelmeer sind eindrücklich. Nach dem Eintrag ins Gipfelbuch posieren gewisse übermütige Jungs fürs „Oben-ohne-Gipfelfoto“. Beim Lunch auf dem Gipfel wärmt die Sonne angenehm meinen Rücken. Aber, oh Schreck! Der Nebel steigt immer höher; schon bald hat er unsere Flue erreicht. So brechen wir zur schönen, aber viel zu kurzen und von etwas Nebel gestörten Abfahrt auf. Einige fliegen spektakulär durch die Luft, während andere über jede mögliche Schanze jumpen und dritte wegen mangelnder Bremsfähigkeiten die Gruppe über den Haufen fahren. Unten gelangen wir direkt an den Skilift und lassen uns bis gemütlich zum Ausgangspunkt hinaufziehen. Jetzt gibt es verschiedene Programmmöglichkeiten. Ein weiteres kleines Türli, Pistenfahren, Lawinenübung oder Wirtschaftsstudium stehen zur Auswahl. Jeder findet etwas das ihm behagt und als um halb fünf mal wieder ein Postauto über den Gurnigel fährt sind alle müde und zufrieden. Julia Geissmann
Skitour Niderhorn / Simmental 7 März 2010
Um 7 Uhr morgens, eine Stunde später als geplant, trafen sich vier Jo-ler am Brugger Bahnhof um gemeinsam die Reise nach Därstetten anzutreten. In Aarau stiess Kerstin zu uns. In Bern angekommen, stiess auch Corinas Mann zu uns, der sie ersetzte weil sie leider krank war. Nun waren wir also komplett und konnten zu siebt unsere Reise mit der BLS fortsetzen. In Därstetten angekommen, stiegen wir in den Bus des Skigebiets Rossberg ein, der uns über einen kleinen Umweg ins Skigebiet brachte. Statt dass wir die Felle befestigten und hoch liefen, begann diese Tour mit einer Fahrt auf dem Skilift. Oben angekommen montierten wir dann doch noch die Felle und Schneeschuhe und liefen los. Nach der ersten halben Stunde Marsch und einer kleinen Trinkpause lockte uns schon das perfekte Pulver und wir bekamen schon einen kleinen Vorgeschmack von dem, was uns nachher erwarten würde. Etwa um ein Uhr assen wir unser Mittagessen Nach einer Stunde Marsch erreichten wir den Gipfel und genossen ein wunderbares Panorama. Dann erwartete uns wieder das Pulver und wir genossen die Abfahrt bis fast ganz nach unten. Die letzten paar Meter mussten wir allerdings doch noch laufen. Der Zug, den wir nehmen wollten, fuhr uns dann auch noch vor der Nase weg. Das Restaurant in Boltigen war dann dafür ein guter Warteplatz auf den nächsten Zug, der uns, mit einer Stunde Verspätung, nach Hause brachte. Manuel Büttikofer
Es war meine allererste Skitour. Im Vorfeld war ich etwas nervös gewesen. „Kann ich mithalten?“, fragte ich mich.
Am Freitag um neun Uhr früh traf sich die ganze Gruppe in Klosters am Bahnhof. Wir waren zwölf Leute, dabei auch zwei Zuzüger aus dem JO Randen. Es war ein sonniger und dementsprechend warmer Tag und wir stiegen- zunächst sanft, dann immer steiler- 1200 Höhenmeter den Berg hoch. Dabei wurden unsere Rücken immer nässer und unsere Thermoskannen immer leerer. Zuletzt stritten wir uns beinahe um den verbliebenen Tee. (-; Ziemlich erschöpft erreichten wir die Silvrettahütte und schauten bei klarer Sicht lange ins weite Tal hinunter. An diesem Abend gab`s zum Abendessen Teigwaren „en bloc“, und zum Dessert zwei Minimerengue mit Minirahm. Später sollten wir in vom Haupthaus abgetrennten, ungeheizten Hütte, schlafen. Viel mehr froren wir aber.
Es tagte allmählich, als wir andertags in grosser Morgenstille über den Gletscher weiterzogen. Je mehr wir uns dem Kamm näherten, desto stärker bliess der Wind. Er brachte neues Wetter und viel Kühle. Wegen dem Wind verzichteten wir auf den Piz Buin und machten uns zum Egghorn auf. Mit dem Pickel, aber ohne Steigeisen stiegen wir die letzten Meter hoch. Oben war es noch eisiger. Doch Lutz` Gipfelschnaps wärmte uns ein wenig auf. (-: Unsere erste richtige Abfahrt führte durch schweren und teilweise verfahrenen Schnee zur Chamanna Tuoi. Diese Hütte empfanden wir als Gegenstück zur ersten Unterkunft: Freundlich, gepflegt und mit sehr guter Küche! Nach einem fröhlichen Lunchessen vor der Hütte zogen die meisten nochmals los Richtung Jamsspitz.
Am Ostermorgen gab`s feinen Osterzmorgen! Eigentlich hatten wir an diesem Tag zum Dreiländerspitz laufen wollen. Doch draussen war es über Nacht definitiv grau geworden. Als wir den Kamm beim Grenzübergang nach Österreich erreichen, herrschen jedoch derart rauhe Verhältnisse, dass wir froh sind, in einer Nothütte Unterschlupf zu finden. Dort hockten wir (nachdem Cedric es geschafft hatte, die Türe frei zu Pickeln) eng gedrängt im Kreis. Irgendwann beginnt Jaggi so sehr zu lachen und kann sich gar nicht mehr erholen, dass wir schlussendlich alle lachen bei seinem blossen Anblick. Bei Schneefall und Nebel fuhren wir später wieder hinunter. Den Nachmittag verbrachten die meisten gemütlich bei Apfelstrudel, Rösti und Spielen.
Am Montagmorgen fegte der Wind scheinbar waagrecht an der Hütte vorbei mit 60 km/h. Wir beschlossen, vorerst abzuwarten und entschieden uns für einen Morgenjass. Die Lage besserte sich kaum und uns blieb nichts anderes übrig, als uns auf direktem Weg nach Guarda, dem Schellenurslidorf, aufzumachen. Oben hatte es viel, teilweise verwehten, Neuschnee gegeben, unten jedoch rutschten wir beinahe direkt über den Rasen. Trotz allem sassen wir alle bereits am Mittag heil im Zug nach Landquart und verspeisten unsere Proviantresten.
Nun, nicht immer konnte ich direkt mithalten auf dieser Première-Tour durch immer wieder anderen Schnee, aber nie hatte sich das als Problem erwiesen. Vielen Dank der ganzen IO-Gruppe für eure Hilfe und Geduld! Es hat mir sehr gefallen.
Tourenbericht Sommerkletterlager 2010 Gadmen
Sonntag, 4. Juli 2010
Am Sonntag fuhren wir ins Kletterlager!!
Verteilt in zwei Autos ging es los Richtung Sustenpass zum Gadmer Zeltplatz.
„Welches Zelt wohin?“, „Wer schläft mit wem?“, „Wo kommt nur diese Stange
hin???“ Dies waren die dringendsten Fragen, kaum waren wir angekommen.
Als alle Zelte standen, machten wir uns auf
zu den ersten Kletterfelsen. Im höllischen Klettergarten, der teuflisch nah an
der Passstrasse liegt (10 Schritte Distanz), kletterten wir uns für die
bevorstehende Woche ein. Auch ein Input von Tom zum Stehen auf Platten durfte
nicht fehlen. Das Üben danach führte zu teils waghalsigen Manövern.
Gegen Abend scheuchte uns ein erster
Regenschauer auf und wir mussten zusammenpacken. Zum Znacht gab’s dann
Spaghetti Bolognese von unserem Chefkoch Lutz persönlich. Pünktlich zum Essen
traf auch Chrigel Braun mit dem Velo ein. Das Dessert brachte Barbara mit, die
direkt vom Beachsoccer Match zu uns stiess.
Als es schon wieder begann zu regnen,
mussten Julia und Kerstin mit Schrecken feststellen, dass ihr Zelt unter Wasser
steht. Ein Wasserdichtes Tarp von Tom lässt sie dann doch noch eine
einigermassen trockene Nacht verbringen.
Montag, 5. Juli 2010
Das Gadmertal war nass und verhangen. Nicht
gerade optimale Kletterbedingungen, wie wir sie uns wünschten. Deshalb
beschlossen wir, in Meiringen die sonne zu suchen. Und siehe da, es gelang. Der
Klettergarten stand in der prallen Sonne und es war jeweils nicht ganz klar,
was einen mehr zum schwitzen brachte, die schwierigen Routen oder doch die uns
bratende Sonne. Lutz war es auch zu heiss und so liesse er einen Express
segeln, ohne es zu bemerken!! Jedenfalls sahen wir am Schluss alle aus, wie
frisch geduscht. Rochen aber nicht ganz so. Deshalb gönnten wir uns ein
erfrischendes Bad im Baggersee. HERRLICH!!! Später wurde in Meiringen die
Migros gestürmt und Noah, unser Küken, lernte Webstübler-Witze kennen. Die Zeit
bis zum Znacht wurde mit duschen, Fussball, und Volleyball vertrieben. Wozu
auch das Ballholen auf der ca. 25 Meter tiefer gelegenen Weide gehört. Zum
Znacht gab es dann Älpler mit Cervelats.
Dienstag, 6. Juli 2010
Morgens früh um zehn nach vier fuhr Chrigel
mit seinem Velo ab nach Hause. Als auch wir uns aus den Zelten wagten, war es
neblig und so warteten wir im Restaurant Steingletscher auf besseres Wetter.
Damit die Zeit schneller verstrich spielten wir Stadt-Land-Fluss, wobei einige
schöne Wortkreationen entstanden.
Schliesslich starteten wir doch noch und
nahmen auf der anderen Seite des Sustenpasses den Guferstock in Angriff. Es war
zwar immer noch neblig, aber wenigstens fast überall trocken und so stand
unseren ersten Mehrseillängen nichts mehr im Wege. Beim Abseilen wurde es
manchmal etwas eng, trotzdem kamen alle und (fast) alles wieder heil unten an.
Lutz nämlich testete, ob sich sein Reverso von RedBull inspirieren liess und
fliegen konnte. Widererwarten flogs zwar schön durch die Luft, landete aber
umso unsanfter auf dem Boden.
Zum Znacht wurde grilliert. Schweinssteaks,
Maiskolben, Zucchetti und Broccoliwürste, dazu Chips und Eistee. Zum Schluss
schauten wir den WM-Halbfinal zwischen Holland und Uruguay. Überflüssig zu
sagen, dass auf einem Zeltplatz die Sympathien ganz klar bei den Oranjes lagen.
Mittwoch, 7. Juli 2010
Endlich einmal Sonne bereits zum
Frühstück!! So ging es topmotiviert die Passstrasse hinauf, unter dem
Wasserfall hindurch zum Parkplatz. Und dann knallte es! Und die Brennnesseln
flogen beinahe den Berg hinauf. – Diagnose: Platten an Toms Auto. (Und
natürlich kein Ersatzrad im Kofferraum…) Also gingen wir ohne Tom hinauf
Richtung Pfriendler. Bis wir endlich loskletterten, war auch - wen wundert’s –
Tom bereits wieder in Sicht.
Nun wurde der Pfriendler in allen möglichen
(und unmöglichen) Variationen bezwungen:
1. Cédi wollte auch mal FREE klettern und
ignorierte gleich mehrere Haken. Irgendeinmal war es ihm doch nicht mehr
geheuer und setzte einen Friend. – Der beim Seil nachziehen schon wieder raus
kam.
2. Erik mit Julia und Loreen glaubte, mal
nach dem Rechten sehen zu müssen und so seilten alle drei wieder ab, um dann
doch noch ganz nach oben zu klettern.
3. Tom band sich zwischen Nick und Barbara
ein, und wieder aus. Am Stand nebenan hatten Nora und Noah ein Seilchaos
produziert. Das war dann freekletten à la Tom. Danach ging es im Zickzack von
Route zu Route hinauf.
Als endlich alle wieder unten ankamen, war
Glace vom Bauern angesagt. Zum Znacht kochten Lutz und Barbara Pilzrisotto mit
gaanz viieel Zwiebeln und noch viiiieeeel mehr Käse. MMMH!! Danach hatten wir
die Qual der Wahl zwischen früh zu Bett gehen oder doch WM-Halbfinal…
Donnerstag, 8. Juli 2010
4.14 Uhr Tagwache!! Und: Happy Birthday
Loreen!! – Irgendwie schien sie noch nichts zu hören. War ja auch noch früh…
Ach ja, das frühe Aufstehen hatte auch einen anderen Grund. Heute stand die
Hochtour aufs Gwächtenhorn auf dem Programm.
Um etwa 5.40 Uhr marschierten wir vom Parkplatz
neben dem Steingletscher los, hinauf zur Tierberglihütte. Es war noch angenehm
kühl und still. Bis die ersten Worte über die Lippen purzelten, verstrichen
noch ein einige Momente.
Nach etwa zwei Stunden hiess es dann
Steigeisen und Gstälti anziehen (Reihenfolge frei wählbar…) Tom, Julia, Nora
und Noah gingen los. Erik, Loreen, Kerstin und Cédric gleich hintennach. Und
auch Lutz, Nick und Barbara schafften es schliesslich in die Steigeisen.
Nach weiteren zwei Stunden waren wir am
Westgrat des Gwächtenhorns angelangt. Jetzt hiess es noch Gratklettern. Lief
bei allen wie am Schnürchen, ausser… Ja, als Nick und Barbara schwatzend zu
Lutz aufschliessten, war dieser am fluchen…Seine Eisschraube lag in einer
Felsspalte. Nach einer gefühlten halben Stunde schaffte es Lutz doch noch, sie
wieder zu Tage zu fördern. Und so kamen auch die drei Nachzügler auf dem Gipfel
an. Auf 3375 Metern über Meer genossen wir eine herrliche Aussicht. Nur das
Matterhorn suchte Schutz hinter ein paar Wolken. Und jetzt starteten wir den
zweiten Versuch: In nicht weniger als drei Sprachen sangen wir das Happy
Birthday für Lorren.
Nach dem Gipfelfoto wanderten wir dann auf
der anderen Seite über Schnee und Eis wieder hinunter. Auch hier hatte Lutz’
Seilschaft wieder so ihre Startschwierigkeiten. Aber dann ging’s dafür umso
schneller. Barbara „rannte“ den Berg hinunter, überholte alle anderen
Seilschaften und brachte Nick an seine Grenzen. Nur wenn Lutz ein paar Fotos
schiessen wollte, wurde kurz angehalten. Auch die anderen Seilschaften wollten
sich nicht lumpen lassen und fingen an, Gas zu geben. So erreichten wir in
Rekordtempo die Tierberglihütte. Nach einer langen Trinkpause nahmen wir den
letzten Abstieg unter die Füsse. Mit Schneeballschlacht bei jedem Schneefeld
kamen schliesslich alle erschöpft unten an.
Nun wollten die einen so schnell wie
möglich zum Zeltplatz, für die anderen war Glacé-Time. Auf dem Bauernhof
genossen wir Glacé und Frappé und sahen ein Kälbli, das gerade auf die Welt
kam.
Später machte Barbara Schoggicrème zu Feier
des Tages (immer noch Loreens 17. Geburtstag.) Diese wurde nach einer feinen
Pizza bei Felix (Zeltplatzbesitzer) restlos ausgeschleckt.
Freitag, 9. Juli 2010
Schon wieder wurde früh am Zelt gerüttelt.
Los ging’s mit packen, Zelt abbauen und Autos beladen. Dann endlich, ein
letztes Mal, Sustenpass hinauf und Klettern. (Platten)
Heute waren die Felsen schon ziemlich
bevölkert. Zum Beispiel mit Uni Bern Studenten, die in Schlaghaken (daneben
hatte es einen Muniring) Stand machten. Wir kamen aber trotzdem noch zum
Klettern. Und Lutz auch zu seinem obligaten Klettermaterial…, na was wohl? Zum
Glück fliegen Prusick nicht so gut…
Und dann war’s auch schon zu Ende. Ciao
ciao Gadmen, und hello Brugg.
Wir möchten uns im Namen aller Teilnehmer
herzlich bedanken für das tolle Lager!!
Danke, Tom. Danke, Erik. Danke, Chrigel. Und vor allem: Danke, Lutz!!