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Tourenbericht: Klettern - Überschreitung Kleines und Grosses
Gelmerhorn (3.-5. August)
Ausweichziele: Schuhmacherroute, Ofenhoren (2943m) und Gerstenegg
Sektor Crow
Tourenleiter: Daniel Schmid
Teilnehmer: Regine Schmid, David Maden, Marianne Rubin, Simone
Flechsig
Im strömenden Regen erreichten wir am Freitagabend das Hotel Urweid
bei Innertkirchen. Nach einem sehr guten Frühstück begannen
wir am nächsten Morgen gegen 7.30 Uhr in Chüenzentennlen mit
dem Aufstieg zur Gelmerhütte.
Für zwei Stunden waren die Regenschirme unsere wichtigsten Ausrüstungsgegenstände.
Im Mittlists Diechter lies der Regen etwas nach.
Wir beschlossen zu dritt weiter über die Schuhmacherroute
(Schwierigkeit 3-4, eine Stelle 5-, 7 Seillängen) aufzusteigen. Schon
die erste Seillänge bescherte uns richtig nasse Kletterschuhe, da
sich ein kleiner Riss in ein Bächlein verwandelt hatte. Trotz der
völlig nassen Platten führte uns Dani souverän zum Ausstieg.
Kurz vor 12.00 Uhr erreichten wir recht nass die Hütte. Unsere Freude
war deshalb besonders gross, als wir gleich mit Begrüssungstee und
heisser Suppe empfangen wurden. Kaum waren die Teller leer, zwang uns
unser nächstes Ziel, das Ofenhoren, zur Eile.
Nach der Überquerung des Diechterbaches waren unsere Füsse wieder
schön nass. Auf dem Ostgrat erreichten wir nach zwei Stunden über
Wegspuren und ein Schneefeld den Gipfel. David, Kari und Marianne warteten
hier auf uns.
Felix war mit zwei Teilnehmern der 3. Sterntour: "Guttannen - Ofenhoren
- Gelmerhütte" über die Üssri Garwydilimi von Süden
aufgestiegen. Auf dieser Route gingen wir gemeinsam hinunter zur Gelmerhütte
und zum Gelmerfest.
Am Sonntagmorgen waren die Felsen um die Hütte völlig nass,
die Gelmerhörner hüllten sich noch in den Nebel. Wir stiegen
ab ins Tal. An den Plattenfluchten der Crow kletterten wir den Gämschlipfad
(Schwierigkeit 5a, 8 Seillängen). Für einige Minuten schien
sogar die Sonne. Die vom Vortag noch nassen Seile bereiteten uns einige
Mühe, trotzdem freuten wir uns noch eine schöne Mehrseillängenroute
klettern zu können.
Die Gelmerhörner müssen warten bis wir wiederkommen. Wir konnten
aber trotz des vielen Regens noch drei kleinere interessante Touren gehen
und an dem schönen Hüttenfest teilnehmen.
Simone Flechsig
Tourenbericht:- Gruppe Trift vom Freitag 3.8. bis Sonntag 05.08.01
75 Jahre Gelmerhütte der Sektion Brugg. Ein besonderes Jubiläum,
welches mit einer besonderen Bergtour gewürdigt werden muss. Mit
solchen Gedanken nahm das folgende Erlebnis vor ca. 6 Monaten seinen Anfang.
Geplant war eine Hochtour von der Trifthütte über die Diechterlimmi
zur Gelmerhütte. In Erinnerung an die Erbauer unserer Clubhütte,
wollten wir diese Tour in alter Kleidung und Ausrüstung (ca. 1900
bis 1930) durchführen.
Der spannenste Teil war sicher das Suchen der passenden Kleider und Ausrüstung.
Unzählige Stunden wurden in Brockenstuben, Zeughäuser und Kostümverleihen
verbracht. Sobald etwas gefunden wurde, teilte man dies der ganzen Gruppe
mit.
Viele Clubmitglieder halfen uns bei der Suchen der Gegenstände durch
Leihgaben ihrer alten Ausrüstung oder Kleider. Ihnen sei an dieser
Stelle ganz herzlich gedankt.
Nachdem alle Gegenstände vorhanden waren, benötigten wir nur
noch eines;
gutes Wetter !
Freitag 3. August 2001
Am Freitag, nach mehrwöchigem schönem Wetter, starteten wir
in Windisch in ein Wochenende mit äusserst schlechten Wetteraussichten.
Keiner wollten den Wetterfröschen aus Zürich glauben, dass ausgerechnet
dieses Wochenende, soviel Regen vom Himmel fallen sollte.
Über Luzern und den Brünig erreichen wir bald den Ausgangspunkt
oberhalb von Nessental an der Sustenstrasse auf ca. 1020 Meter. Hier zogen
wir unsere schönen alten Kleider an und machten zuerst einmal ein
paar Fotos, auf welchen wir noch um die Wette strahlten.

Bei schwülem Wetter steigen wir schwitzend in Richtung Trifthütte
los, schon bald mussten die ersten Tenuerleichterungen vorgenommen werden.
Auf der Triftalp machten wir die erste Pause und stiegen aber bald Richtung
Triftgletscher weiter. Über drei Eisenleitern erreichten wir den
Seitenrand des Gletschers und somit den Beginn des dichten Nebels.
Eine holländische Familie, welche vergeblich den Übergang auf
dem Gletscher suchte, lehnte unser Angebot einer gemeinsamen Gletscherüberquerung
dankend ab. Nachdem die Frau unsere Kleidung und Ausrüstung kritisch
begutachtet hatte, nahm sie mit klaren Worten Einfluss auf die Entscheidung
ihres Mannes.
Nachdem wir den Ausstieg aus dem Eis gefunden hatten, mussten nochmals
2 Stunden steilster Aufstieg hinter uns gebracht werden, bevor wir von
unseren Kollegen Herbert, Bruno und Gerog vor der Hütte begrüsst
werden konnten.
Sie waren am Vortag bereits zur Windegghütte aufgestiegen und erreichten
die Trifthütte noch ohne Nebel bereits um 13.00 Uhr.
Während des Nachtessens begann es vor der Hütte intensiv zu
regnen und die Nebelbänke verwandelten sich zusehends zu dichtem
Nebel.
Samstag 04.August 2001
Während der ganzen Nacht war das Klopfen der Regentropfen auf das
Hüttendach zu hören. Trotzdem erschienen um 05.15 Uhr alle zum
Frühstück. Vielleicht hebt sich der Nebel, welcher ca. 100 Höhenmeter
über Hütte die Gletscherlandschaft in dichtes eintöniges
Grau verwandelte.
Schweren Herzens musste entschieden werden, dass ein Abstieg zu den Autos
der sicherste Weg zu den Jubiläumsaktivitäten in der Gelmerhütte
war. Also stiegen wir im strömenden Regen
durch Wasserfälle und über glitschige Felsplatten zum Gletscher
ab. Nach ca. 6 Std. erreichten wir tropfnass den Ausgangspunkt an der
Sustenstrasse. Bald glich die ganze Strasse einem orientalischen Bazar
oder einem Flohmarktstand. Jeder breitete seine nassen Sachen zu trocknen
aus bevor alles in die Autos verstaut werden konnte.
Unsere drei Kameraden Bruno, Herbert und Georg verabschiedeten sich hier
von uns. Sie zogen es vor, nicht noch einmal mit nassen Schuhen und Kleidern
zur Gelmerhütte aufzusteigen.
Nach einer kurzen Fahrt erreichten wir kurz nach 14.00 Uhr die neu eröffnete
Gelmer-Standseilbahn. Mit Ihrer Hilfe erreichten wir in nur 10 Minuten
den Gelmersee. Diese Fahrt
auf der steilsten Bahn der Welt war ein zusätzliches Erlebnis an
diesem Tag.
In zügigem Schritt erreichten wir trocken aber im Nebel um 16.30
Uhr die Gelmerhütte. Mit viel Hallo und herzlichen Begrüssungen
wurden wir hier empfangen. Bald wurde jedem ein Glas mit Inhalt in die
Hände gedrückt und zufrieden mischten wir uns unter die anwesenden
Festbesucher und genossen gemeinsam mit ihnen das folgende Hüttenjubiläum
bis am Sonntag.
Für die gute Kammerdschaft während des strengen und regnerischen
Auf- und Abstieges danke ich meinen Bergfreundinnen und Bergfreunden ganz
herzlich. Trotz des Wassers in den Schuhen
und den vielen Materialproblemen, war auf der ganzen Tour kein unschönes
oder gehässiges Wort zu hören. Je mehr es regnete umso mehr
wuchsen wir als Gruppe zusammen.
Herzlichen Dank.
Heinz Frei, Untersiggenthal
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